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Die zerbrochene Kaffeetasse

Geschichte von Hanna Seipelt zum Foto von Rolf Lüdeke

(Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Bümmerstede)

Trientje und Heini saßen am Frühstückstisch. „Schon wieder hast Du mir die olle Tasse mit dem Sprung hingestellt. Du weißt, dass ich die hasse! Schmeiß die doch endlich mal auf den Müll!“ maulte Heini und rührte missmutig die Milch in den heißen Kaffee. „Warum? Was du immer hast! Die Tasse ist doch noch gut, so was schmeißt man doch nicht einfach weg – nur wegen dem kleinen Riss!“ Energisch stellte Trientje die Kaffeekanne daneben. „Wenn Du mir diese Tasse noch einmal hinstellst, hänge ich sie an den Ast vom großen Baum an der Einfahrt zum Hof! Dann können alle sehen, was für olles Geschirr wir haben!“ drohte Heini, trank seinen Kaffee aus und ging auf den Hof an seine Arbeit.

Am nächsten Morgen stand die Tasse mit dem Sprung wieder auf seinem Platz. Wortlos stand er nach dem Frühstück auf, verließ die Küche und machte seine Drohung wahr. Nun hing der alte Kaffeepott im Geäst der Bäume an der Einfahrt zum Hof. „Nanu,“ staunte der Postbote, als er auf seinem Fahrrad vorüberfuhr, „hängt man das Geschirr jetzt zum Trocknen in die Bäume? Wieder so eine neue Mode!“ Das Nachbarmädchen kam auf seinem Weg in die Schule dort vorbei. „Oh, was für eine gute Idee!“ dachte es. Am Nachmittag bat es die Mutter um etwas Schmalz, drückte Vogelfutter hinein und schmierte das dann in die Tasse am Baum.

Es dauerte nicht lange und diese neue Futterstelle war von vielen Meisen und Rotkehlchen entdeckt worden. Die hingen mit Begeisterung nun an diesem für sie so wohlgefüllten Frühstücksgeschirr. Die Nachbarin Antje sah das. „Prima Idee, nun weiß ich, wohin mit der abgeschlagenen Zuckerdose! Sprach es, füllte sie mit Vogelfutter und hängte sie daneben.

Was soll man sagen, es dauerte keine acht Tage, da hing bereits ein vollständiges Kaffeeservice im Wald. Spaziergänger wird es sehr gewundert haben, aber die Vögel freute es!

 

Ende

 

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